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Sonnenschutz beim Wassersport: UV-Strahlung, Sonnencreme und UV-Schutzkleidung

Am Wasser trifft UV-Strahlung härter als irgendwo sonst. Die Wasseroberfläche reflektiert bis zu 40 % der Strahlung zurück. Das bedeutet: Deine Haut wird von zwei Seiten gleichzeitig bestrahlt. Dazu kommt, dass man beim Wassersport oft stundenlang ohne natürlichen Schatten unterwegs ist. Die Haut ist einer deutlich höheren Strahlenintensität ausgesetzt als an Land, was das Risiko für Sonnenbrand und langfristige Hautschäden erheblich erhöht.
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Sonnenschutz beim Wassersport: UV-Strahlung, Sonnencreme und UV-Schutzkleidung

Warum schädigt die Sonne die Haut?

Unsere Sonne sendet Energie in Form von elektromagnetischer Strahlung aus. Diese Strahlung lässt sich in verschiedene Bereiche mit unterschiedlicher Wirkung unterteilen. Teile davon können wir Menschen unmittelbar wahrnehmen. Wir spüren sie beispielsweise als Wärme auf unserer Haut oder können sie sehen. Andere, wie z. B. die ultraviolette (UV) Strahlung, können wir nicht wahrnehmen. Das macht sie gefährlich: UV-Strahlung kann uns schaden, ohne dass wir es bemerken.

UVA und UVB: Was ist der Unterschied?

  • UVA: Dieser Teil der UV-Strahlung dringt tief in unsere Haut ein und kann Hautkrebs begünstigen.
  • UVB: Dieser Teil dringt weniger tief ein. Er kann Sonnenbrand verursachen und die Haut schädigen. Gleichzeitig ist er aber auch für die Produktion des wichtigen Vitamin D verantwortlich.

Diagramm zeigt UVA- und UVB-Strahlen, die in die Hautschichten eindringen: Epidermis, Dermis und Hypodermis

Wir sind also einerseits auf die UV-Strahlung angewiesen, andererseits sollten wir zu hohe Strahlungsdosen vermeiden.

Wann ist die UV-Strahlung am stärksten?

Die Intensität der UV-Strahlung hängt von Tageszeit, Standort und Jahreszeit ab. Tendenziell lässt sich Folgendes über die Strahlungsintensität sagen:

  • Morgens ist sie geringer, steigt über den Vormittag an, erreicht zur Mittagszeit ihr Maximum und nimmt danach wieder ab.
  • Je näher am Äquator, desto intensiver ist sie.
  • Auf dem Wasser, auf Schnee und in großen Höhen ist sie besonders stark.

An sonnigen Tagen ist es daher wichtig, vormittags und bis deutlich in den Nachmittag hinein Sonnenschutz zu verwenden und sich regelmäßig im Schatten aufzuhalten. Dies wird umso wichtiger, je näher man sich am Äquator befindet. Wer es genau wissen möchte, kann die von der WHO empfohlene SunSmart Global UV App nutzen, um den UV-Index am eigenen Standort zu prüfen.

Was bedeutet der Lichtschutzfaktor (LSF/SPF)?

Den zuverlässigsten Schutz bietet der Aufenthalt im Schatten. In der Sonne können wir auf Produkte zurückgreifen, die einen Teil der auftreffenden UV-Strahlung neutralisieren. Dadurch lässt sich die Dauer des sicheren Sonnenaufenthalts verlängern. Der Lichtschutzfaktor (LSF/SPF) gibt an, wie hoch die Wirkung des Sonnenschutzes ist.

Gängig sind Größenordnungen von SPF 15 bis 50+:

  • SPF 15 – mittlerer Schutz, ca. 93 % der auftreffenden UVB-Strahlung werden gefiltert
  • SPF 20 – mittlerer Schutz, ca. 95 % der auftreffenden UVB-Strahlung werden gefiltert
  • SPF 30 – hoher Schutz, ca. 97 % der auftreffenden UVB-Strahlung werden gefiltert
  • SPF 50 – hoher Schutz, ca. 98 % der auftreffenden UVB-Strahlung werden gefiltert

Balkendiagramm: Filterwirkung für UV-B – Gestapeltes Diagramm zeigt den prozentualen Anteil der gefilterten UV-B Strahlung bei verschiedenen Sonnenschutzfaktoren: SPF 15 filtert ca. 93 %, SPF 20 ca. 95 %, SPF 30 ca. 97 % und SPF 50 ca. 98 % der UV-B Strahlung.

Was ist mit UVA-Schutz?

Zusätzlich zum SPF findet sich auf Sonnenschutzprodukten immer auch ein UVA-Hinweis – erkennbar am Kreissymbol mit den Buchstaben „UVA". Damit wird bestätigt, dass das Produkt für UVA-Strahlung mindestens ein Drittel der Filterwirkung erreicht, die es für UVB bietet. Ein Produkt mit SPF 30 und UVA-Kennzeichnung schützt also nicht nur vor UVB-Strahlen, sondern bietet gleichzeitig einen definierten Mindestschutz vor den tiefer eindringenden UVA-Strahlen.

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Wie lange kann ich mit Sonnencreme in der Sonne bleiben?

Je nach Hauttyp kann man ohne Sonnenschutz unterschiedlich lange in der Sonne aushalten.

Als Faustformel gilt: Die mögliche Aufenthaltsdauer in der Sonne multipliziert sich um den Wert des Lichtschutzfaktors.

Wenn man sich als typischer Mitteleuropäer z. B. 10 Minuten gefahrlos in der Sonne aufhalten kann, hat man theoretisch:

  • SPF 15: 10 min × 15 = 150 min/2,5 h Sonnenschutz (UVB)
  • SPF 30: 10 min × 30 = 300 min/5 h Sonnenschutz (UVB)
  • SPF 50: 10 min × 50 = 500 min/8,3 h Sonnenschutz (UVB)

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt jedoch, diese theoretische Schutzdauer maximal zu 60 % auszuschöpfen. Danach ist bereits mit Hautschäden zu rechnen. In der Praxis bedeutet das:

  • SPF 15: max. 90 min/1,5 h
  • SPF 30: max. 180 min/3 h
  • SPF 50: max. 300 min/5 h

Sicherheitshinweis: Beim Wassersport empfiehlt das BfS mindestens SPF 50+. Creme 20-30 Minuten vor dem Aufenthalt im Freien ein, in ausreichender Menge – und creme alle zwei Stunden nach, spätestens nach jedem Verlassen des Wassers.

SPF-Rechner: Finde deinen persönlichen Schutzfaktor

UV-Strahlung ist am Wasser besonders intensiv. Reflexion verstärkt die Belastung um bis zu 40 %. Gib deine Situation ein und erhalte eine wissenschaftlich fundierte Empfehlung: RESTUBE SPF-Rechner.

Sonnencreme: mineralischer oder chemischer UV-Filter?

Sonnencremes werden auf die Haut aufgetragen und schützen durch chemische oder mineralische UV-Filter vor den auftreffenden Sonnenstrahlen. Da die Anwendung so weit verbreitet ist, gelangt viel davon auf und in unsere Haut – und beim Baden natürlich auch ins Wasser. Es macht daher Sinn, sich die vorhandenen Optionen genauer anzusehen.

Sonnencreme mit chemischen UV-Filtern

Cremes mit chemischem UV-Filter ziehen rückstandslos in die Haut ein. Die auftreffende UV-Strahlung wird dann zu einem großen Teil absorbiert und in Wärmeenergie umgewandelt. Aus diesem Grund ist es extrem wichtig, hier die Einwirktest zu beachten. Die Creme muss vollständig eingezogen sein, bevor man sich in die Sonne begibt - daher mindestens 20–30 Minuten vor dem Aufenthalt auftragen. Chemische Filter erreichen in der Regel hohe oder sehr hohe (50+) Lichtschutzfaktoren und sind beliebt, da sie nicht weißeln. Allerdings hat der hohe Schutzfaktor seinen Preis. In den vergangenen Jahren zeigte sich, dass einige weit verbreitete chemische UV-Filter gesundheitsschädlich oder auch umweltbelastend sind. Zu nennen sind beispielsweise Oxybenzon, Octinoxat und Octocrylen.

Oxybenzon und Octinoxat haben sich als belastend für Fische und Korallenriffe herausgestellt. So belastend, dass einige Länder wie Hawaii die Verwendung solcher Sonnencremes komplett verboten haben. Dies hat dazu beigetragen, dass immer mehr Hersteller ihre Produkte als „ocean & reef safe" kennzeichnen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das allerdings keine genormte Zertifizierung, sondern lediglich der Hinweis darauf, dass kein nachweislich schädigender UV-Filter verwendet wird. Octocrylen ist ein weit verbreiteter UV-Filter, der sich mit der Zeit in Benzophenon umwandelt. Dieses wurde 2013 als möglicherweise krebserregend eingestuft. Sonnencremes sollten daher nie nach dem Ablaufdatum verwendet werden. Es gibt allerdings Untersuchungen, die Benzophenon bereits vor dem Ablaufen des Produktes nachgewiesen haben.

Das soll nicht heißen, dass chemische Filter im Allgemeinen schlecht sind. Es macht aber auf jeden Fall Sinn, sich gut zu informieren, bevor man zu einem Produkt mit chemischen Filtern greift. Eine mögliche Alternative stellen die mineralischen Filter dar.

Sonnencreme mit mineralischen UV-Filtern

Mineralische UV-Filter sind kleine Partikel, die eine sichtbare Schutzschicht auf der Haut bilden und das auftreffende Sonnenlicht reflektieren und absorbieren. Im Allgemeinen gilt dabei:

Je kleiner die verwendeten Partikel, desto höher der UV-Schutz.

Aus diesem Grund wurden nach und nach immer kleinere Filterpartikel produziert. Mit sogenannten Nanopartikeln verschwindet auch das Weißeln auf der Haut. Das bringt jedoch nicht nur Vorteile mit sich. Nanopartikel können potenziell in Zellen eindringen und sich dort anreichern, was Gefahren für Gesundheit und Umwelt mit sich bringen kann. Daher müssen Produkte, die Qanopartikel enthalten, in der EU extra gekennzeichnet werden. Bei größeren Partikeln (nicht nano) besteht diese Gefahr nicht.

Diagramm vergleicht mineralischen und chemischen Sonnenschutz: mineralischer Filter reflektiert UV-Strahlen an der Hautoberfläche und hält sie aus der Epidermis heraus, chemischer Filter absorbiert UV-Strahlen und wandelt sie in Wärmeenergie in der Dermis um

Zinkoxid und Titandioxid: Was sind die Unterschiede?

Die beiden gängigen mineralischen UV-Filter unterscheiden sich in ihren Filtereigenschaften und ihrer Risikobewertung:

  • Zinkoxid – Breitband-UV-Filter, schützt gleichmäßig vor UVA und UVB, gilt als unbedenklich
  • Titandioxid – sehr starker UVB-Filter, wird oft mit Zinkoxid kombiniert, seine Sicherheitsbewertung ist jedoch umstritten

Die beiden Filter werden häufig kombiniert: Zinkoxid sorgt für den zuverlässigen UVA-Schutz, während Titandioxid für den noch höheren UVB-Schutz sorgt und damit den Lichtschutzfaktor erhöht. Leider bringt diese Kombination nicht nur Vorteile mit sich. Während Zinkoxid als unbedenklich angesehen wird, ist die Beurteilung von Titandioxid umstritten. Im Raum steht eine potenzielle Gesundheitsgefährdung. Ein Verbot der EU für die Verwendung von Titandioxid in Lebensmitteln musste allerdings aktuell zurückgezogen werden.

Was ist UV-Schutzkleidung?

Grundsätzlich bringt jeder Stoff, der die Haut abdeckt oder Schatten spendet, einen gewissen Schutz vor UV-Strahlung mit sich. Allerdings wird dieser für reguläre Stoffe nicht getestet und kann daher bei Kleidung und Hüten nicht ausgeschrieben werden. Für den UV-Schutz eines Stoffes gilt ganz allgemein: Je dichter ein Stoff gewebt ist, desto höher fällt sein UV-Schutz aus.

Wer es genau wissen will, kann auf spezielle UV-Schutzkleidung zurückgreifen. Die hierfür verwendeten Stoffe werden auf ihre UV-Durchlässigkeit getestet und dürfen daher mit SPF-Angabe verkauft werden.

Die Verwendung solcher UV-Schutzkleidung bietet viele Vorteile:

  • Der Schutz ist sofort aktiv – keine Einwirkzeit notwendig
  • Kann nicht durch falsche Anwendung beeinträchtigt werden
  • Wird weder durch Wasser noch durch Schwitzen reduziert
  • Keine Gefahr, dass schädliche Inhaltsstoffe Gesundheit oder Natur belasten

Kind am Strand in UV-Schutzkleidung und Sonnenhut, spielt sicher am Meer – Sommerurlaub mit Sonnenschutz für Kinder und Wassersicherheit

Das macht UV-Kleidung besonders attraktiv für Sportler:innen und Kinder. Der einzige Nachteil: Das Tragen von Kleidung wärmt immer auch ein Stück weit und verändert das Gefühl, in der Sonne zu sein. Die Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren, gehört für viele Menschen zum Sommer, daher ist Sonnencreme für viele die erste Wahl an Strand- oder Badetagen.

Sonnenschutz beim Wassersport: Das Wichtigste im Überblick

Langes Sonnenbaden ist ein Gesundheitsrisiko. Der UV-Index hilft, diese Gefahr abzuschätzen. Die Verwendung von Sonnenschutz erhöht die Zeit, in der man sich sorgenfrei in der Sonne aufhalten kann. Um dabei kein zusätzliches Gesundheitsrisiko einzugehen oder die Umwelt zu belasten, lohnt es sich, die Inhaltsstoffe genau zu prüfen oder eventuell sogar auf UV-Schutzkleidung zurückzugreifen.

Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gilt:

  • UV-Strahlung am und im Wasser ist durch Reflexion bis zu 40 % intensiver als an Land – verwende mindestens SPF 50+
  • Trage Sonnencreme (auch wasserfeste) 20-30 Minuten vor dem Aufenthalt im Freien oder im Wasser auf, damit sie sich vollständig einziehen kann und nicht sofort abgewaschen wird
  • Mindestens alle zwei Stunden nachcremen – spätestens nach jedem Aufenthalt im Wasser oder beim Schwitzen: Damit sorgst du dafür, dass die volle Schutzwirkung garantiert ist
  • Die maximale Schutzzeit in der Sonne lässt sich durch wiederholtes Auftragen allerdings nicht verlängern
  • Eine 200-ml-Flasche reicht nur für etwa 5 vollständige Anwendungen am ganzen Körper
  • Für Kinder sowie Menschen mit Hauttyp I und II gilt: direkten Sonnenkontakt so weit wie möglich meiden, besonders bei Babys und Kleinkindern. Ansonsten: ebenfalls mindestens SPF 50+
  • Im Zweifel ist Zinkoxid-Sonnenschutz mit SPF 50+ eine sichere und umweltfreundliche Wahl

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