Water Safety Guide

Studie zur
Sicherheit im Wasser 2026

Umfrage unter 1.834 Wassersportler:innen in D/A/CH (2026) - und was die Ertrinkungsstatistiken der DLRG zeigen.

1.834
Teilnehmer:innen
60%
hatten schon eine kritische Situation im Wasser
38%
tragen nie eine Auftriebshilfe
79%
halten das Thema Sicherheit im Wasser für medial unzureichend behandelt
Filter Aktiv 1.834 Antworten
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1.834 Antworten
01 — Teilnehmer:innen

Wer hat teilgenommen?

1.834 Personen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – Wassersportler:innen aller Erfahrungsstufen und Aktivitäten.

Altersverteilung

Altersgruppe der Befragten (n=1.834)

Geschlecht

Selbstangabe Geschlecht (n=1.834)

Wie oft am / im / auf dem Wasser?

Frage: „Wie oft bist du am, im oder auf dem Wasser unterwegs?" (n=1.834)

Aktivitäten

Welche Wasseraktivitäten üben die Befragten aus? (Mehrfachauswahl)
02 — Wahrgenommene Gefahren

Was fürchten Menschen im Wasser?

16 mögliche Gefahren (Mehrfachauswahl).

Wahrgenommene Risiken im Wasser

Frage: „Was sind die häufigsten Ursachen für kritische Situationen im Wasser?" – % aller Befragten, die diese Ursache nennen (Mehrfachauswahl)
Das Binnengewässer-Paradox: Wo ihr seid und wo Menschen laut DLRG Ertrinkungsstatistik ertrinken

Unsere Studie: Wo ihr aktiv seid

„An welchen Gewässern bist du unterwegs?" (Mehrfachauswahl, n=1.834)

Flüsse71%
Schwimmbäder56%
Seen44%
Strände38%
Offenes Meer / Küste31%

Quelle: RESTUBE Water Safety Study 2026

Realität: Wo Menschen ertrinken

Tödliche Badeunfälle in Deutschland 2025 (DLRG Jahresbilanz)

Seen & Teiche158 Tote
Bäche & Flüsse153 Tote
Kanäle23 Tote
Schwimmbäder15 Tote
Nord- & Ostsee zusammen22 Tote

Quelle: DLRG Ertrinkungsstatistik 2025, Deutschland gesamt

Das Binnengewässer-Paradox

71% der Befragten sind an Flüssen aktiv – genau dort, wo mit 153 Toten die zweitmeisten Ertrinkungsunfälle passieren. Seen werden von 44% genutzt und haben mit 158 Toten die meisten Todesfälle. Das offene Meer steht für nur 22 Tote – mehr als vierzehnmal weniger als Seen und Flüsse zusammen. 85% aller Ertrinkungstoten sterben in Binnengewässern wie Seen, Flüssen und Kanälen.

03 — Schwimmkompetenz & Sicherheitsgefühl

Selbsteinschätzung und das Erfahrungs-Paradox im Wasser

73% der selbst eingestuften Top-Schwimmer:innen haben schon eine kritische Situation erlebt – mehr als jede andere Gruppe. Selbstüberschätzung und eine hohe Exposition sind die gefährlichsten Risikofaktoren.

Schwimmfähigkeit (Selbsteinschätzung)

Frage: „Wie würdest du deine Schwimmfähigkeit einschätzen?" (n=1.834)

Sicherheitsgefühl im Wasser (1–5)

Frage: „Wie sicher fühlst du dich im Wasser?" – Skala 1 (sehr unsicher) bis 5 (sehr sicher) (n=1.834)

Schwimmkompetenz × Auftriebshilfe

Kreuztabelle: Selbsteingeschätzte Schwimmfähigkeit × Häufigkeit des Tragens einer Auftriebshilfe – zeigt das Erfahrungs-Paradox im Wasser
Das Erfahrungs-Paradox im Wasser

73% der selbsternannten Top-Schwimmer:innen haben bereits eine kritische Situation erlebt – die höchste Rate aller Fähigkeitsgruppen. Gleichzeitig tragen sie mit 23% auch am häufigsten eine Auftriebshilfe (Immer). Wir bezeichnen es als das Erfahrungs-Paradox: Wer sicher ist, geht weiter raus – ins offene Meer, in Strömungen, auf größere Wellen. Mehr Kompetenz bedeutet oft mehr Risiko-Exposition.

04 — Kritische Erlebnisse

60% hatten schon eine gefährliche Situation im Wasser

Surfen (74%), Tauchen (74%) und Kajakfahren (72%) sind die Aktivitäten mit den meisten kritischen Erlebnissen.

Kritische Situation erlebt?

Frage: „Hast du schon einmal eine kritische Situation im Wasser erlebt – mit dir selbst oder anderen?" (n=1.834)
60%
haben eine kritische oder lebensbedrohliche Situation erlebt

Ernst der Situation

Frage: „Wie ernst schätzt du diese Situation ein?" – nur unter jenen, die eine kritische Situation erlebt haben (n=1.098)

Kritische Situationen nach Aktivität

Anteil der Befragten pro Aktivität, die eine kritische Situation erlebt haben – Kreuzauswertung Aktivität × kritisches Erlebnis

Was ist passiert? – Freitextanalyse kritischer Situationen

Keyword-Analyse von 952 Freitextantworten auf die Frage: „Was ist passiert?" – Kategorien können sich überschneiden. Dargestellt: Anteil der Antworten, in denen das Thema vorkommt.
21% · 199 Nennungen
Strömung / Unterstrom
21%
21% · 196 Nennungen
Welle / Surf / Brecher
21%
20% · 186 Nennungen
Kind / andere Person in Not
20%
12% · 113 Nennungen
Erschöpfung / Krämpfe
12%
10% · 96 Nennungen
Boot / Kenterung
10%
6% · 61 Nennungen
Wetterumschlag / Sturm
6%
5% · 49 Nennungen
Panik / Angst
5%
5% · 45 Nennungen
Fast ertrunken / untergegangen
5%
2% · 22 Nennungen
Eiseinbruch
2%
2% · 20 Nennungen
Verletzt / Unfall
2%

Basis: 952 Freitextantworten (von 1.098 Personen, die eine kritische Situation erlebt haben). Keyword-basierte Kategorisierung; Mehrfachzuordnung möglich.

05 — Sicherheitsausrüstung

38% tragen nie eine Auftriebshilfe

Die 30–39-Jährigen tragen am häufigsten nie eine Auftriebshilfe (47%), gefolgt von den 18–29-Jährigen (45%). Mit Abstand am besten geschützt: die über 70-Jährigen (25% "immer").

Trägt Auftriebshilfe

Frage: „Trägst du beim Schwimmen oder Wassersport eine Auftriebshilfe (Boje, Weste, RESTUBE etc.)?" (n=1.834)

Auftriebshilfe nach Altersgruppe

Die 30–39-Jährigen haben den höchsten Anteil an Nie-Trägern (47%)
06 — Wissen & Vorbereitung

Notfallwissen: Nur 47% wüssten sicher, was zu tun ist

Die Mehrheit der Befragten gibt an, nur teilweise zu wissen, wie man in einem Ertrinkungsnotfall reagiert und das letzte Sicherheitstraining liegt oft Jahrzehnte zurück.

Weiß, was im Notfall zu tun ist

Frage: „Weißt du, was zu tun ist, wenn jemand zu ertrinken droht?" (n=1.834)

Wann zuletzt Schwimmkurs / Sicherheitstraining?

Frage: „Wann hast du zuletzt einen Schwimmkurs oder ein Sicherheitstraining besucht?" (n=1.834)

Wissen über Selbst-/Fremdrettung

Frage: „Hast du dich schon einmal mit dem Thema Selbstrettung / Fremdrettung beschäftigt?" (n=1.834)
Das Ausbildungsvakuum

Von denen, die im letzten Jahr ein Sicherheitstraining besucht haben, wissen 91%, wie man einen Ertrinkenden rettet. Von der Gruppe, die noch nie trainiert hat, wissen das nur 17%. Trotzdem haben 64% seit mehr als 5 Jahren kein Training mehr besucht – 16,7% noch nie. Laut DLRG verdoppelte sich der Anteil nicht-schwimmender Grundschulkinder von 2017 bis 2022 von 10% auf 20%.

07 — Medien & Gesellschaft

79% fordern mehr Aufmerksamkeit für Wassersicherheit

Die Mehrheit sieht Wassersicherheit in Medien und Schule als unzureichend behandelt und ist gespalten bei der Frage nach einer Ausrüstungspflicht.

Wassersicherheit in Schulen/Medien ausreichend?

Frage: „Findest du, dass das Thema Wassersicherheit in Schulen oder Medien ausreichend behandelt wird?" (n=1.834)

Sicherheitsausrüstung als Pflicht?

Frage: „Findest du, dass Sicherheitsausrüstung beim Schwimmen künftig Pflicht werden sollte – ähnlich wie der Sicherheitsgurt im Auto?" (n=1.834)

Wie gut fühlen sich Befragte informiert? (1–5)

Frage: „Wie gut fühlst du dich über Wassergefahren und Sicherheit informiert?" – Skala 1 (gar nicht) bis 5 (sehr gut) (n=1.834)
08 — Kinder & Familie

Eltern am Wasser: Klare Regeln und Kurse als wichtigste Maßnahmen

56% der Befragten betreuen Kinder am Wasser. 44% meinen, Kinder sollten bereits im Alter von 4–7 Jahren sicher schwimmen können.

Sicherheitsmaßnahmen für Kinder

Frage: „Welche Maßnahmen ergreifst du für die Sicherheit von Kindern am Wasser?" (Mehrfachauswahl), nur unter jenen mit Kindern (n=993)

Ab welchem Alter sicher schwimmen können?

Frage: „Ab welchem Alter sollten Kinder deiner Meinung nach sicher schwimmen können?" (n=1.834)
Eltern als Ersthelfer:innen

In 20% aller beschriebenen kritischen Situationen war ein Kind oder eine andere Person in Not. Mehr als die Hälfte der Befragten betreut Kinder am Wasser – und das Bewusstsein ist vorhanden: Über 80% halten Kinder in Reichweite, setzen klare Regeln und schicken sie in Schwimmkurse. Das ist eine solide Grundlage.

Und doch gibt es eine Lücke: Weniger als 60% der Betreuungspersonen setzen auf Schwimmhilfen oder Auftriebshilfen – also einen passiven Schutzpuffer, der auch dann wirkt, wenn ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit entsteht. Dazu kommt: Laut DLRG kann heute jedes fünfte Grundschulkind in Deutschland nicht schwimmen, und laut ZDF/DLRG sind Schwimmkursplätze vielerorts Mangelware.

Key Findings

Die wichtigsten Erkenntnisse

Für Journalist:innen und Blogger: Zitate und Findings direkt kopieren.
Finding #1
Das Binnengewässer-Paradox: 71% gehen an Flüsse & Seen – wo 88% aller Ertrinkungstode passieren
Die meisten Teilnehmer:innen verbringen ihre Zeit genau dort, wo die reale Ertrinkungsgefahr am höchsten ist. 2025 ertranken laut DLRG 158 Menschen in Seen und 153 in Flüssen – zusammen mehr als vierzehn mal so viele wie an Nord- und Ostsee zusammen.
Finding #2
Das Erfahrungs-Paradox: 73% der besten Schwimmer (Selbsteinschätzung) hatten bereits eine kritische Situation
73% der Befragten mit der höchsten Selbsteinschätzung in Bezug auf die eigenen Schwimmfähigkeiten haben schon eine kritische Situation im Wasser erlebt – die höchste Rate aller Gruppen. Gleichzeitig tragen 24% von ihnen nie eine Auftriebshilfe. Selbstvertrauen schützt nicht – es gefährdet.
Finding #3
Die 30–39-Jährigen tragen am häufigsten nie Ausrüstung: 47% ohne Auftriebshilfe
Ausgerechnet die aktivsten Wassersport-Altersgruppen tragen am wenigsten Ausrüstung: 30–39 (47%) und 18–29 (45%) führen die "Nie"-Liste an. Positiv: Die über 70-Jährigen tragen mit 25% am häufigsten "immer" Schutz.
Finding #4
Das Ausbildungsvakuum: 64% ohne aktuelles Training – wer nie übte, rettet mit 17% Sicherheit
47% haben zuletzt vor mehr als 5 Jahren trainiert, 17% noch nie. Das Ergebnis ist messbar: Wer im letzten Jahr einen Kurs besuchte, weiß in 92% der Fälle, was im Notfall zu tun ist. Wer noch nie einen Schwimmkurs gemacht hat: nur 17% wissen, wie zu reagieren wäre.
Finding #5
Gender Gap: Männer fühlen sich sicherer, aber ertrinken 2,4× häufiger
Männer hatten häufiger kritische Situationen im Wasser als Frauen (63% vs. 57%) und tragen seltener "nie" eine Auftriebshilfe (34% vs. 42%). DLRG 2025: 82% aller Badetoten sind Männer.
Finding #6
Aufklärungsversagen: 79% finden Wassersicherheit in Schulen und Medien unzureichend behandelt
Nur 8% der Befragten empfinden die Aufklärung zum Thema Wassersicherheit als ausreichend. Ein massiver gesellschaftlicher Auftrag – insbesondere für Schulen und öffentliche Medien.

Deine Sicherheit im Wasser mit RESTUBE

Entdecke den Blogbeitrag zur Studie mit einer Übersicht zu den wichtigsten Ergebnissen und Key-Findings. Entdecke außerdem unsere kompakten Sicherheits- und Schwimmbojen.

Methodik
Die RESTUBE Water Safety Study 2026 basiert auf einer Online-Umfrage mit n=1.834 Teilnehmer:innen aus Deutschland (81,4%), Österreich (13,2%), der Schweiz (5,4%). Erhebungszeitraum: März–April 2026. Zielgruppe: Personen, die regelmäßig Wassersport betreiben oder an Gewässern unterwegs sind. Die Daten wurden deskriptiv ausgewertet; Subgruppenanalysen spiegeln die gefilterten Datensätze wider. Alle Quellenangaben: RESTUBE Water Safety Study 2026 – restube.com/de/pages/water-safety-study-2026
Externe Quellen:
(1) DLRG Ertrinkungsstatistik 2025 – 393 Ertrinkungstote in Deutschland, 82% männlich; Aufschlüsselung nach Gewässertyp.
(2) DLRG / forsa-Studie 2022 – Schwimmfähigkeit von Grundschulkindern: 20% können nicht schwimmen.
(3) WHO Europa, Statement Juli 2023 – mind. 20.000 Ertrinkungstote pro Jahr in der Europäischen Region; zweithäufigste Todesursache bei Kindern 5–14 Jahre.
(4) ZDF/DLRG (2024) – Lange Wartezeiten auf Schwimmkursplätze; Kinder warten teils jahrelang auf einen Platz.
📎 Für Presse & Journalisten

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